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20. Jahrhundert

Geschichte des 20. Jahrhunderts

1900 n.Chr.

Mulla Mustafa Barzani geboren.

1905:

Aufstand des Schekkak-Stammes in Iranisch-Kurdistan gegen die Zentralregierung und gleichzeitige Bildung mehrerer Selbstverwaltungsräte in den kurdischen Gebieten, wie in Saqqiz, Mahabad und Kermanschah, durch Qazi Fatah, einen kurdischen Gelehrten aus der Qazi-Familie

1908:

Die Jungtürkische Revolution: In Konstantinopel Proklamation einer Verfassung, die für alle Nationalitäten des osmanischen Reichs Gleichheit verkündet. Aber ab 1909 praktizieren die Jungtürken eine repressive Politik in bezug auf die nichttürkischen Völker (Albaner, Armenier, Kurden u.a).

1909:

Empörung der Milli-Kurden (liberale Kurden) unter Ibrahim Pascha und Gründung mehrerer kurdischer Komitees und Zeitungen, welche kurz danach verboten wurden.

1913:

Vereinbarung eines Grenzberichtigungsprotokolls in Istanbul, das von Iran, der Türkei, Rußland und England unterzeichnet wurde.

1913-1914:

Aufstand von Betlis und Aufstand in Süd-Kurdistan unter Führung von Scheikh Abdul-Salam Barzani; zwei wichtige Ereignisse vor Beginn des 1. Weltkrieges.

1915:

Beginn der türkischen Armeniermassaker, die Badirkhaniden versuchen die Befreiung von Bitlis.

1916:

Alliierte Geheimverträge über die Aufteilung des Osmanischen Reichs und Kurdistans (Sykes-Picot-Abkommen). Beginn der Deportation von 700.000 bis 1.000.000 Kurden nach Westanatolien

1918:

Februar 1918, 14-Punkt-Programm zur Selbstbestimmung der Völker, proklamiert durch den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson.

1919:

Anti-kemalistische Aktion der Kurdenführer in Malatia.

1919-1920:

Erster kurdischer Aufstand gegen die britischen Besatzer im südlichen Kurdistan. Von Scheikh Mahmoud Barzandjeh angeführt, zielt diese Bewegung auf die Schaffung eines "freien und einheitlichen Kurdistan.

19.-26.April 1920:

Konferenz von San Remo. Die zahlreichen Verträge, die während des Krieges von den Alliierten über die Verteilung des Nahen Ostens geschlossen wurden, werden entsprechend den neuen Machtverhältnissen revidiert. Großbritannien läßt sich das Mandat über den arabischen Irak und das kurdische Vilayet von Mossul zuteilen, Frankreich wird dafür zu 25% an der Ölproduktion im Gebiet von Mossul beteiligt. Es bleibt die Möglichkeit offen, in den Gebieten, die wieder russisch werden mußten, einen armenischen und einen kurdischen Staat zu gründen.

10.August 1920:

Der Friedensvertrag von Sevres rechnet die Kurden zu den "befreiungswürdigen Völkern". Der Vertrag von Sevres, abgeschlossen zwischen den Alliierten und der Hohen Pforte, bestätigt die endgültige Aufteilung, die schon in San Remo beschlossen worden war. Im Teil III (Art. 62-64) empfiehlt er die Schaffung eines kurdischen Staates auf einem Teil des kurdischen Gebietes.

1920:

Revolte von Ismail Agha Simko im iranischen Kurdistan, welche bis 1930 dauerte.

6.März 1921:

Aufstand von Kokiri-Dersim” (1919-22) bekannt oder besser gesagt recht wenig bekannt geworden, obwohl es sich um den ersten wichtigen kurdischen Aufstand gegen die kemalistische Regierung handelte.Geführt wurde die Revolte von Alişer Beg , Nuri Dersimi und Alişan Beg

23.Aug. 1921:

Sir Percy Cox, britischer Hochkommissar in Mesopotamien, setzt den Emir Faisal (Sohn des Sherifs von Mekka) , den die Franzosen aus Syrien verjagt hatten, als irakischen König ein. Die Kurden von Mossul boykottieren massiv das Plebiszit, das für die "Wahl" von Faisal organisiert worden war.

20.0kt. 1921:

Französisch-türkischer Vertrag von Ankara. Frankreich annektiert zu Syrien - das unter seinem Mandat steht - die kurdischen Provinzen Djazireh und Kurd-Dagh.

1923:

Zweiter Aufstand von Scheikh Mahmoud. Er ernennt sich zum "König von Kurdistan" und nimmt Verbindung mit dem Anführer der Kurden im Iran, Simko, auf, der seit 1920 gegen die persische Herrschaft kämpft. Diese Bewegung wird von der britischen Armee niedergeschlagen und der Scheikh wurde nach Indien verbannt.

24. März 1923:

Vertrag von Lausanne zwischen der Regierung Kemal Atatürk (Ankara) und den Alliierten, der den Vertrag von Sevres wieder aufhebt und die Annektierung des größten Teils von Kurdistan durch den neuen türkischen Staat absegnet.

3. März 1924:

Eine Verordnung verbietet alle kurdischen Schulen, Vereinigungen und Veröffentlichungen und gleichzeitig die religiösen Bruderschaften und medressas. Das erste türkische Parlament, unter dessen Mitgliedern auch 72 Repräsentanten Kurdistans waren, wird aufgelöst.

Februar-April 1925:

Der kurdische Nakschbendi-Scheich Said von Piran führt einen Aufstand gegen die junge Republik im Namen der kurdischen Nation. Die alevitischen Kurden beteiligen sich nicht daran. Mit grosser Anstrengung und logistischer Unterstützung (Eisentransport) der französischen Mandatsmacht in Syrien gelingt es dem Regime, den Aufstand bis im Frühsommer niederzuwerfen. Die Hauptaufgabe der türkischen Armee ist es fortan, die Kurden im Rahmen eines dauerhaften Ausnahmezustandes zu kontrollieren. Eine ökonomische und kulturelle Entwicklung der Grossregion kann so nicht stattfinden. Der Staat führt die unionistische Politik der Zwangsumsiedlung fort.

16.Dez.1925:

Der Rat des Völkerbundes stimmt - auf die britische Forderung hin - der Annektion des südlichen Kurdistan (Mossul) durch den irakischen Staat zu.

1926:

Grenzziehung zwischen der Türkei und dem Irak.

August 1927:

Gründungskongreß von Khoyboun (Unabhängigkeit), nationale kurdische Liga. Diese Organisation, umfaßt alle kurdischen Gruppierungen, Parteien und Organisationen, die nach dem 1. Weltkrieg gegründet wurden.

1928:

Der Ararat (kurdisch: Agir) Aufstand wird angeführt von General Ihsan Nuri, der Xoybun angehört. Forderung nach einem autonomen Staat. Bis 1929 wird das Gebiet um den Berg befreit und die Republik Ararat ausgerufen.

1928:

Die gesamte zivile und militärische Verwaltung des türkischen Kurdistan wird unter die Kontrolle des "Generalinspekteurs des Ostens" gestellt, des türkischen Hochkommissars für Kurdistan. Fast überall in den kurdischen Provinzen brechen Aufstände aus.

1930:

Eine große Widerstandsbewegung organisiert sich unter der Führung von Khoyboun in der Gegend um den Berg Ararat. Die Türkei und der Iran schließen einen Pakt, um sie niederzuschlagen (Januar 1932).

Juni 1930:

Simko, der Anführer der Kurden im Iran, der seit 1920 gegen die Zentralregierung gekämpft hat, wird bei Verhandlungen mit den Repräsentanten Teherans ermordet.

Herbst 1931:

Neuer Aufstand im iranischen Kurdistan unter der Führung Bruder des ermordeten Simko.

1931:

Von den Engländern aus Indien zurückgeholt., ruft Scheikh Mahmoud wieder zum Aufstand im irakischen Kurdistan auf. Er wird niedergeschlagen, von ihnen gefangengenommen und in Baghdad unter Hausarrest gestellt. Daraufhin erheben sich die irakischen Kurden, diesmal unter der Führung von Scheikh Ahmad Barzani und Mulla Mustaf, Barzanis Bruder. Die britische Luftwaffe greift kurdische Dörfer an.

Mai 1932:

Ankara verkündet ein Gesetz zur Deportation und Versprengung der Kurden. Hehrere hunderttausend Kurden werden nach Zentral- oder Westanatolien deportiert.

1933:

Neuer kurdischer Aufstand im Irak unter Führung der Barzanis (Scheikh Ahmad und sein Bruder Mulla Mustafa).

1936-1938:

Aufstand von Seyid Rza Dersimi in Dersim Türkisch-Kurdistan.

1937:

Sa'adabad-Vereinbarung in Teheran zwischen Afghanistan, Iran, Irak und der Türkei, in der u. a. die Bekämpfung der Befreiungsbewegungen vereinbart wurde.

1939:

Gründung der kurdischen Organisation Hiwa in Irakisch-Kurdistan.

1941:

Besetzung Irans durch die alliierten Truppen, Absetzung des iranischen Diktators Reza Schah und Freilassung aller politischen Gefangenen, unter anderen der kurdischen politischen Gefangenen.

16.9.1942:

Gründung der Organisation Kummaleh-i J.K.(Jiyanawey Kurd) in der nicht okkupierten Region in Iranisch-Kurdistan.

1943-1945:

Ständige Bombardierung Irakisch-Kurdistans durch die britische Luftwaffe und massiver Widerstand der Barzanis.

16.8.1945:

Gründung der Demokratischen Partei Kurdistan Iran in Mahabad und breite Bewegung unter den Kurden für Selbstverwaltung in den kurdischen Regionen.

17.12.1945:

Die kurdische Fahne wird auf dem Justitzgebäude in Mahabad gehisst.

22. Jan. 1946:

Proklamation der autonomen Regierung in Kurdistan. Die Mahabad-Republik bestand unter ihrem Präsident und Vorsitzenden der DPK Qazi Mohammad für ein Jahr.

17.12.1946:

Einmarsch der Militäreinheiten der Zentralregierung in Mahabad ohne Zwischenfall.

21.12.1946:

Festnahme der Qazis (Qazi Mohammad und Seif-e Qazi) in Mahabad.

31.3. 1947:

Hinrichtung von Qazi Mohammad, Sadr-e Qaz und Seif-e Qazi auf dem "Tschuwar Tschera-Platz" in Mahabad.

Mai-Juni 1947:

Barzanis Kampf und Flucht gegen die Militäreinheiten der iranischen Zentralregierung, wobei es ihm und 600 Mitkämpfern gelang sich in die UdSSR durchzuschlagen.

19. Aug. 1953:

Sturz der liberal-demokratischen Regierung von Dr. Mossadeq im Iran durch den vom CIA organisierten Putsch und Wiederherstellung des Polizeistaats des Schah-Regimes, was eine massive Verfolgung aller oppositioneller Gruppen u. a. der Kurden im Iran zur Folge hatte.

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